FÜTTERST DU NOCH ODER BARFST DU SCHON?

Was ist BARF überhaupt?

BARF steht für biologisch artgerechte Rohfütterung. Der Hund wird also anstelle von herkömmlichem Nass- oder Trockenfutter mit frischem, rohen Futter ernährt. Diese Ernährungsform soll dabei die ursprüngliche Form, also dem Leben als Wolf, nachempfunden werden. Die Nahrung des Wolfs sieht verschiedene Beutetiere vor und deshalb wird mithilfe einzelner Komponenten versucht, das „Beutetier“ nachzuempfinden.

Viel zu aufwendig, viel zu kompliziert und überhaupt: ist BARF denn wirklich so viel besser als herkömmliches Trocken- oder Nassfutter?

Das sind typische Fragen, die man sich stellt, wenn man zum ersten Mal davon hört. Jeden Morgen und Abend das Essen auftauen, das zuvor natürlich noch für mehrere Tage vorportioniert werden muss, Gemüse und Obst pürieren und dann noch aufpassen, dass man den Hund nicht mit irgendwelchen Nährstoffen unter- oder überversorgt. Puh, klingt nach einer Wissenschaft für sich!

Noch heute, nachdem wir schon knapp 3 Jahre barfen, höre ich oft Sprüche wie: „Dein Hund isst ja besser als jeder Mensch!“ oder „So einen Aufwand mache ich mir ja nicht mal bei meinem eigenen Essen!“.

Und warum bin ich trotzdem überzeugte Barferin?

Man wächst an seinen Aufgaben und ist der kleine Liebling erstmal aus dem Gröbsten raus, hat man viel Zeit sich über alles Mögliche Gedanken zu machen. Davon abgesehen ist Nala mein erster Hund und somit (leider!) auf einigen Ebenen ein Versuchskaninchen, nicht nur was die Fütterung anbelangt, sondern auch in Bezug auf Impfungen, Wurmkuren etc., aber das ist ein anderes Thema.

Für die erste Zeit bekamen wir von unseren Züchtern Trocken- und Nassfutter mit. Die erste Zeit funktionierte diese Kombi für uns auch sehr gut, aber nach und nach merke ich, dass Nala sich durch das Trockenfutter zu einem kleinen, pummeligen Plüschball entwickelte. Seitdem wir auf BARF umgestellt haben, werde ich so oft wie nie zuvor auf ihr weiches und glänzendes Fell angesprochen und selbst die Tierärztin für Zahnheilkunde ist vom Zustand ihrer Zähne begeistert und das, obwohl Nala keinerlei Knochen bekommt. Und bevor nun eingefleischte Barfer aufschreien, es gibt einen triftigen Grund! Man kann Nala sehr gut mit einem Staubsauger vergleichen… „3-2-1“ und schwupps alles Essbare ist förmlich inhaliert! Deshalb ist es mir einfach zu gefährlich Knochen zu verfüttern. Deshalb gibt es Knochen bei uns nur in gewolfter Form und als Fleischknochenmehl.

Letztlich muss jeder selbst entscheiden was im Napf des Vierbeiners landet, aber feststeht, dass alle Tierbesitzer, die sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben, die Fertigfutterhersteller verteufeln!

Aber welche Nachteile hat BARF eigentlich?

BARF ist selbstverständlich nicht der heilige Gral der Hundeernährung und natürlich ist jede Fütterungsart mit gewissen Nachteilen verbunden.

Der erste entscheidende Minuspunkt am Barfen ist also der deutlich höhere Zeitaufwand, da das Futter, nachdem es portioniert wurde, aufgetaut werden muss. Klar ist es da leichter einfach den Trockenfuttersack aufzureißen, aber dieses Fertigfutter ist eben auch nicht individuell auf die Bedürfnisse des vierbeinigen Freundes abgestimmt.

Den nächsten Minuspunkt erntet BARF in Bezug auf den wesentlich höheren Platzbedarf. Die Zutaten müssen irgendwo gelagert werden und weil rohes Fleisch bekanntermaßen schnell verdirbt, muss eine Kühltruhe zur Verfügung stehen, sowohl für das Fleisch als auch für die Obst- und Gemüsemischung.

Und offensichtlich müssen sich Herrchen und/oder Frauchen auch viel intensiver mit der Fütterung auseinandersetzen. Man kann eben nicht einfach Hackfleisch im Supermarkt kaufen, in den Napf packen und dann guten Gewissens davon ausgehen, dass der Hund damit gut versorgt ist und gesund bleibt.

Abgesehen von den Minuspunkten, die sich eher auf die Handhabung des BARF bezogen, darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass in der Rohfütterung auf besonders auf die Nährstoffversorgung geachtet werden muss, da es sonst zu Belastungen des gesamten Organismus kommen kann, wenn die Ernährung nicht bedarfsdeckend ist. Nun ist es aber auch eher unwahrscheinlich, dass Mutter Natur jedes Beutetier, das beim BARF nachempfunden wird, 1:1 gleich ausstattet. Meiner Meinung nach ist es daher nicht schlimm, wenn einzelne Mahlzeiten nicht bis ins kleinste Detail ausgeklügelt sind.

Natürlich sind unsere Lieblinge, die lieblich neben uns auf dem Sofa oder in ihrem Körbchen schlummern, keine wilden Wölfe mehr, aber ein bisschen die ursprüngliche Ernährungsweise nachzuempfinden, kann ja nicht schaden, oder was meint ihr? 🐶🍗

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s