Studium mit Hund – hartes Brot oder Zuckerschlecken?

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Jeder der mich kennt weiß, mich gibt es fast ausschließlich im Doppelpack. Ohne Nala – ohne mich! Und das ist mittlerweile schon seit 5 ½ Jahren so. Nicht immer trifft man damit auf Verständnis, doch für mich gibt es nichts schöneres, als mein kleines flauschiges Hundemädchen um mich zu haben. Dieser wahrgewordene Traum besteht bei mir schon seit Kindertagen und so ist Nalas und meine Geschichte sehr klischeehaft. Schon seit ich denken kann, wünschte ich mir einen Hund, der mich überall hinbegleiten kann und habe dementsprechend keine Gelegenheit ausgelassen meinen Eltern damit in den Ohren zu liegen. Zunächst wurde ich dann mit zwei Zwergkaninchen vertröstet, deren Nachfolger noch immer in unserem Garten herumhoppeln dürfen. Für kurze Zeit verlor ich meinen Wunsch zwar aus den Augen, aber als ich 14 Jahre alt war, hatte mein Bitten und Betteln endlich Erfolg und schon kurze Zeit später besuchten wir Sabine und Marcus Hoffmann und ihre Sheltiebabes in Amberg (Shelties from Manor at Mountain). Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Schon nach unserem Besuch im November stand für mich fest, dass ich einen Sheltiewelpen der Familie Hoffmann möchte. Im März 2012 erblickte schließlich der N-Wurf das Licht der Welt und so wurde ich im Alter von 15 Jahren Hundemama meiner kleinen Nala.

Genau deshalb weiß ich auch, wie leicht man sich als Teenie alles vorstellt und dass die Realität ganz anders aussieht. Machen wir uns nichts vor, irgendwie versucht man seine Chancen auf einen Hund zu erhöhen und der einfachste Weg sind dabei die (partiell leeren) Versprechungen, wie z.B. „Ich stehe jeden Morgen extra früh auf, um noch vor der Schule Gassi zu gehen“, „Ich mache den ganzen Dreck selbst weg“, …, die ich meinen Eltern gab. Aber unter uns, dieser Plan geht nicht auf. Nalas Erziehung und Ernährung war tatsächlich immer fest in meinen Händen und auch sonst habe ich alle Entscheidungen, die Nala betreffen allein getroffen, doch noch heute würde es ohne die Unterstützung meiner Familie nicht funktionieren. Die ersten Jahre verliefen noch sehr unproblematisch, doch als es erst aufs Fachabi und dann aufs Abi zuging, hätte Nala schon sehr zurückstecken müssen, wäre da nicht meine Familie gewesen, die Nala täglich bespaßt hätte. Huch, da war die Schulzeit dann auch schon vorbei. Und was nun? Für mich stand schon seit ich denken kann fest, dass ich Lehrerin werden möchte und ein Studium deshalb unumgänglich ist. Für mich war aber auch klar, dass Nala trotzdem im Mittelpunkt stehen sollte. Ein Studium stellt jedoch ganz andere Anforderungen als die Schule, angefangen mit einem eventuellen Wohnortswechsel, einer bezahlbaren Wohnung, in der Haustiere erlaubt sein müssen, der neue Uni-Alltag usw. Ich habe ziemlich viel Glück und mein Studium ermöglicht mir relativ viele Freiheiten in Bezug auf meine Stundenplanplanung, trotzdem möchte ich niemandem etwas vormachen: Studium + Hund erfordert sehr viel Organisation und ohne die Hilfe meiner Familie und meiner Freunde wäre alles furchtbar kompliziert. Natürlich könnte Nala mehrere Stunden am Stück alleine bleiben, mich persönlich würde dann aber das schlechte Gewissen plagen. Es kostet zwar etwas Überwindung seinen Freunden den eigenen Hund „aufzudrücken“, ich zumindest habe aber ziemlich viel Glück und all meine Freunde lieben Nala und passen gerne auf sie auf. Meine Uni erlaubt es nämlich nicht, dass ich Nala mit zu Vorlesungen, Seminaren, Übungen oder Tutorien nehme.

Abgesehen vom Zeitmanagement gibt es da aber auch noch ein anderes Problem: das liebe Geld. Nun ja, es ist kein Geheimnis, dass man als Student davon sowieso chronisch zu wenig hat, aber als liebende Hundemama möchte man für den Vierbeiner natürlich auch nur das Beste vom Besten. Hochwertiges Futter, Kosten für die Ernährungsberatung, da Nala gebarft wird, Tierarztrechnungen und alle anderen Kleinigkeiten, die andauernd anfallen, könnte ich nicht selbst finanzieren.  Da ich momentan keinen festen Nebenjob habe, sondern nur hin und wieder Nachhilfe gebe, bin ich finanziell komplett auf meine Familie angewiesen und Nala somit auch. Ich habe großes Glück, dass sie alles was für meine kleine Tanzmaus anfällt ohne Wenn und Aber bezahlen, wenn es mein Budget überschreitet. Früher dachte ich immer, ich könnte meinen Hund komplett selbst finanzieren, doch dieser Zahn wurde mir schnell gezogen. Natürlich gebe ich mein Geld am liebsten für Nala aus, aber spätestens, wenn man selbst zurückstecken muss, weil das ganze Taschengeld für den Hund draufgegangen ist, stellt man fest: „Nichts ist umsonst, nicht einmal der Tod, denn der kostet das Leben.“.

Zum Arbeiten würde mir meine Zeit aber auch ohne Nala hinten und vorne nicht reichen, da mich mein Studium voll und ganz in Beschlag nimmt. Besonders in der Klausurenphase hat man das Gefühl kein Sozialleben mehr zu haben, wenn man von frühmorgens bis spät in die Nacht in Büchern blättert, Karteikarten schreibt, Mindmaps malt und ununterbrochen büffelt. All das sollte man vorher bedenken, aber ganz ehrlich, hätte man mir das vorher gesagt, ich hätte es nicht geglaubt bzw. einfach nicht wahrhaben wollen. Das Studentenleben hat aber selbstverständlich nicht nur seine Schattenseiten. So viele Freiheiten wie während des Studiums hat man vermutlich nie wieder in seinem ganzen Leben. Nun bin ich absolut nicht der klischeehafte Student, der gerne ausgeht und viel unterwegs ist. Wenn ich abends doch mal mit meinen Freunden essengehe oder wir uns bei jemandem Treffen, ist Nala immer mit von der Partie. Nala ist rassebedingt nun mal ein kleines Sensibelchen und viel Trubel macht ihr Angst, auch wenn wir das von Anfang an geübt haben. Ich habe absolut kein Problem damit, den Abend dann vorzeitig zu beenden oder einfach mit Nala Zuhause zu bleiben, aber fragt euch selbst, ob ihr auch dazu bereit wärt, für euren Plüschpopo gewisse Opfer zu bringen. Nalas Macken – die wohl jeder Hund mehr oder weniger hat – machen einige Situationen zudem nicht unbedingt einfacher. Nala ist überhaupt nicht gut auf Männer zu sprechen. Diese „Macke“ kann einem das Leben ab und an schon ziemlich erschweren. Einmal war Nala so „begeistert“ von einem meiner Freunde, dass sie weggelaufen ist, als er sie zum Gassi gehen abholen und anschließend füttern wollte. Wo genau Nalas Problem liegt wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben und ob ich so jemals einen Mann abbekomme steht somit wohl auch in den Sternen. Wie ihr seht bringt ein Hund also auch „Probleme“ mit sich, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat.

Kurz und knapp können wir also festhalten: als junger Mensch Hundemama oder Hundepapa zu werden ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Ich muss dank meinem kleinen Liebling auf so einiges verzichten und vieles ist durchaus komplizierter, aber trotzdem habe ich es nicht eine einzige Sekunde bereut Nala in mein Leben geholt zu haben. Natürlich gibt es Momente, in denen ich sie am liebsten auf den Mond schießen möchte, aber es gibt auch unzählige Situationen, in denen sie mich zum glücklichsten Mädchen auf der ganzen Welt macht. Außerdem beweisen Nala und ich, dass ein Studium mit Hund kein Ding der Unmöglichkeit ist und darauf bin ich sehr stolz. Auch trotz der ganzen Extraarbeit, die wegen meiner plüschigen Madame anfällt, würde ich sie um nichts in der Welt wieder hergeben.

2 Kommentare zu „Studium mit Hund – hartes Brot oder Zuckerschlecken?

  1. Du gibst mit mit deinen Worten Mut und bestärkst mich in der Entscheidung, meinen Hund mit ins Studium genommen zu haben. Ich wusste vorher schon, dass es hart wird und es in der Regelstudienzeit nicht klappt, aber mein Hund gibt mir Kraft und bereitet mir so viel Freude, was ich definitiv stark vermissen würde, hätte ich sie zu Hause lassen müssen, wo ich sie sehr selten sehen würde.
    Danke und liebe Grüße an Nala und dich! 😊

    Gefällt 1 Person

    1. Das freut mich! Für mich stand auch von Anfang an fest, dass ich nie ohne Nala sein könnte und wie du schon sagst: der geliebte Vierbeiner gibt immer ganz besonders viel Kraft und Liebe! 🙂 ♥
      Ganz liebe Grüße!

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