Bretagne

03.09. – 17.09.2016

 

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Nala am Point de Penn al Lann

 

Tag 1: Nach einer 13-stündigen Autofahrt kamen wir gegen 16 Uhr an unserem Ferienhaus in Kerfissien an. Nachdem das Auto ausgeladen und das Ferienhaus bezogen war, ließen wir den Tag mit einem Strandspaziergang ausklingen. Der Strand war fußläufig innerhalb von 3 Minuten zu erreichen und die Wellen schlugen nur so gegen die Felsen.

Viele werden sich jetzt vermutlich fragen, wie man so eine lange Autofahrt mit Hund managed, aber ehrlich gesagt war es absolut problemlos. Nala hat den Großteil der Fahrt verschlafen (so wie ich auch 🙂 ) und forderte deshalb auch nicht mehr Pipipausen ein als wir sowieso machten. Die kleine Maus stieg völlig entspannt aus dem Auto und erkundete begeistert beide Stockwerke und den Garten des Ferienhauses und konnte sich dann nochmal am Strand die Füße vertreten. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Glück und das Sheltietier ist ein besonders ruhiges oder es liegt daran, dass sie bereits mit knapp 6 Monaten die erste lange Fahrt mit uns nach Dänemark meisterte.

Aber auch Sheltie Chili und Berger Picard Sirius vom Instagramaccount @sheltieandpicard waren im vergangenen Jahr mit ihrer Familie im Frankreichurlaub und haben die Fahrt super gemeistert.

 

Tag 2: Nach einem Morgenspaziergang am Strand fuhren wir zum Einkaufen nach Plouescat und deckten uns – typisch französich – mit Baguette und Croissants ein. Um die Gegend kennen zulernen fuhren wir mit dem Auto „spazieren“. Unser Weg führte uns entlang der Küste von Kerfissien über Plouescat und Kernic nach Trégueiller und schließlich nach Brignogan Plage. Wir machten viele Zwischenstopps und Nala durfte am Strand herumtollen. Besonders die Algen und anderen Meerespflanzen, die an den Strand angespült wurden, hatten es ihr angetan.

 

Tag 3: Für den nächsten Tag hatten wir den ersten größeren Ausflug geplant und führte uns der Weg als erstes nach Cléder, um in der Touristeninformation die Tickets für das Schiff zur Île de Batz zu kaufen. Danach fuhren wir zum L’Aber Wrac’h und hielten nach den berühmten Schneckenhäuschen Ausschau. Der Aber Wrac’h ist ein großer Fluss im Département Finsitère in der Bretagne und weil er an einigen Stellen stark von den Gezeiten beeinflusst wird, findet man dort unzählige kleine Schneckenhäuser von knallgelb über lilaschimmernd bis hin zu silberglänzend. Schon in meiner Kindheit waren wir dort und ich habe mit meinem Papa stundenlang die vielen gelben Schneckenhäuschen gesammelt, deshalb war die Vorfreude besonders groß und auch dieses Mal konnte sich die Ausbeute wirklich sehen lassen.

 

Tag 4: Nach dem obligatorischen Spaziergang am Strand ging es für uns um 11 Uhr an Bord eines kleinen Schiffchens und wir stachen in See Richtung Île de Batz. Nala war die Schiffsfahrt am Anfang etwas suspekt, aber letztlich kuschelte sie sich auf meinen Schoss und hielt ihre kleine lange Nase in den Wind. Angekommen auf der Île de Batz schlenderten wir durch die kleinen Gassen, den Küstenweg entland bis zum botanischen Garten „Georges Delaselle“, in dem man viele Pflanzen bewundern kann, die von den Seefahrern auf diese Insel gebracht wurden. Da dort aber keine Hunde gestattet sind, machten wir es uns im benachbarten Café mit einem kühlen Getränk gemütlich. Ausgerechnet an diesem Tag war es nämlich unheimlich warm und sowohl bei meiner Mama als auch bei mir ist es nun mal so, dass es zwischen Alpina Weiß und Tomatenketchup nichts gibt, also suchten wir uns ein schattiges Plätzchen. 🙂 Nach der verdienten Pause besichtigten wir die alte Ruine einer romanischen Kapelle. Danach spazierten wir den Küstenweg entlang und fanden eine kleine schattige Stelle an einem großen Felsen direkt am Strand. Das Boot zurück nach Moguériec fuhr sowieso erst gegen Abend zurück und so verbrachten wir den Nachmittag am Strand. Nala buddelte ein großes Loch und kuschelte sich dann zwischen uns und hielt ihr Mittagsschläfchen. Langsam machten wir uns schließlich auf in Richtung Hafen und warteten in einem kleinen bretonischen Café darauf, dass das Schiff anlegte und wir an Bord gehen konnten. Die Rückfahrt verschlief Nala wieder fast komplett und sie machte sich so klein, dass man fast nicht mehr erkennen konnte, dass dort ein kleiner Sheltie auf der Bank lag. 🙂

 

Tag 5: Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht, oder? Natürlich hatten wir uns im Laufe des vergangenen Tages in Krebse verwandelt und so blieben wir die meiste Zeit im Ferienhaus und entspannten mit unserem absoluten Lieblingshörbuch – den Känguruchroniken von Marc-Uwe Kling – im Garten. Nach dem Abendessen schauten wir uns natürlich pflichtmäßig den Sonnenuntergang an und ließen den Abend mit ein paar Gesellschaftsspielen ausklingen. In diesem Urlaub war Scrabble besonders hoch im Kurs!

 

Tag 6: Ausgeruht ging es für uns an diesem Tag nach Carantec zum Point de Pen al Lann. Unscheinbar hinter einem kleinen Waldstück liegt dieser Aussichtspunkt mit Blick auf die Burg und die Bucht von Morlaix. Zum Strand hinunter führte nur eine sehr steile und notdürftig kreierte Treppe, die sich kaum von den restlichen Felsen unterschied. Unten angekommen fragen wir uns, wie wir jemals wieder dort hinauf kommen sollten. Da es an diesem Tag wieder sehr warm war, suchten wir uns einen Felsvorsprung im Schatten und beobachteten die Wellen, wie sie mit jedem Mal kleine Muscheln an den Strand spülten. Nala inspizierte den ganzen Strandabschnitt und ging sogar mit ihren Pfötchen ins Wasser. Gegen Nachmittag besuchten wir dann die historische Stadt Saint Pol-de-Léon, kauften in den kleinen Läden bretonische Souvenirs und ließen die Seele in einem Café mit Blick auf die Kathedrale Saint-Paul-Aurélien baumeln.

 

Tag 7: Auf dem Programm für diesen Tag stand das Ende der Welt (Penn ar Bed). Nach einer etwas längeren Autofahrt kamen wir am Pointe de Saint-Mathieu in Landunvez  an und wurden von einem kalten, rauen Wind überrascht. Das kleine Sheltietier wurde richtig durchgepustet, weshalb wir die drei Leuchttürme nicht all zu lange bestaunten, die dort am Ende der Welt stehen. Also fuhren wir immer der Küste entland und staunten nicht schlecht über die wandelbare Natur und die endlose Weite, die sich uns bot.

 

Tag 8: An diesem Tag wurden wir vom Pech verfolgt.. zuerst hatten wir stundenlang Stromausfall im Ferienhaus, weil es so stark regnete, sodass wir mit Nala nicht rausgehen konnten und als es endlich trockener wurde und wir gegen Abend zum Plage de Kervaliou, der zur Ville de Cléder gehört, fuhren, gab unser Auto kurzzeitig den Geist auf. Einige Telefonate später wurde die Auslandspannenhilfe zu uns geschickt. Der Automechaniker war jedoch erst gegen 23:30Uhr bei uns und so standen wir stundenlang mutterseelenalleine an einem verlassenen Strandabschnitt im Dunkeln. Nala machte das alles aber nichts aus und sie verschlief das ganze Spektakel in ihrer Transportbox. Im Endeffekt kam nach dem Urlaub in der heimischen Werkstatt heraus, dass die Batterie ein Totalschaden war.

 

Tag 9: Mit einer neu aufgeladenen Batterie ging es für uns nach Plougoulm – eine kleine Gemeinde direkt an der Küste. Bei Ebbe gelangt man über einen Weg durch die Felsen direkt ans Meer und kann sich das beeindruckende Schauspiel anschauen, wenn die Wellen mit all ihrer Wucht gegen die Felsen, die bis ins Meer ragen, prallen und die Gischt nur so schäumt. Nala kletterte völlig unerschrocken zwischen den Felsen umher und fand hinter jedem Stein einen neuen, super interessanten Duft, dem sie nachgehen wollte. Als sich die Flut wieder ankündigte, gingen wir den Weg zwischen den großen Felsen zurück zum Auto und fuhren zu einem kleinen Café direkt am Strand und aßen – wie sollte es auch anders sein – bretonische Galettes.

 

Tag 10: Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir zuerst nach Dossen und machten einen ausgiebigen Strandspaziergang – Nala sammelte natürlich wieder alles auf, was an den Strand angespült wurde. Danach ging es weiter nach Santec zum Beach Break – Café & Surfshop. Das Café befindet sich am Ende des Strandes Dossen, gegenüber der Île de Sieck. Mit Blick auf den Strand und das Meer gab es für uns in gemütlicher Atmosphäre herzhafte und süße Galettes und für Nala ein paar Kekse. An einem gegenüberliegenden Tisch war ebenfalls ein kleiner Hund, der Nala die ganze Zeit über verliebt anschaute. Kurz bevor wir gingen durften sich die beiden dann auch „Hallo“ sagen und waren sehr angetan voneinander. Insgesamt hat Nala in den zwei Wochen vielen (um nicht zu sagen allen) französischen Hunden schöne Augen gemacht.

 

 

Tag 11: Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg nach Roscoff, um den Markt zu besuchen. Roscoff liegt im Norden, wenn man an der westlichen Seite der Bucht von Morlaix an Saint Pol-de-Léon vorbeifährt. Ganzjährig findet jeden Mittwochmorgen ein Markt statt, auf dem die Einheimischen ihr Gemüse und Obst, ihren frischgefangenen Fisch und andere bretonische Spezialitäten verkaufen. Außerdem wird auch Kunsthandwerk, Kleidung und Trödel angeboten. Als wir über den Markt schlenderten konnte ich nicht an einem quietschgelben Regenmantel vorbeigehen und was soll ich sagen, ich bereue diesen Kauf absolut nicht! Jetzt fehlen nur noch die farblich passenden Gummistiefel und ein passender Regenmantel für Nala! 😊 Der Markt ist direkt am Hafen Roscoffs und somit auch nur einen Katzensprung von der Altstadt entfernt. Das alte Hafenbecken sah jedoch ziemlich traurig aus als wir dort waren, denn bei Ebbe ist es nicht befahrbar und alle Boote liegen auf dem Trockenen. Nichtsdestotrotz ist der Hafen von Roscoff wichtig, um zur nahe gelegenen Île de Batz zu gelangen. Deshalb wurde ein Steg erbaut, der weit ins Meer hinausragt, um den Schiffsverkehr zwischen der Insel und dem Festland auch unter Einfluss der Gezeiten zu gewährleisten. Außerhalb gibt es zusätzlich noch einen großen Hafen, an dem die großen Fähren ankern, die zwischen Roscoff und England und Irland verkehren. Aber zurück zum alten Hafen: von dort aus gelangt man über schmale Gassen in die wunderschöne Altstadt. Dort finden sich neben vielen alten Granitsteinhäusern unzählige Cafés, Restaurant und Souvenierläden. Auch wir konnten der Versuchung nicht widerstehen und kaufen mehrere Läden fast komplett leer. 😊 Zurück im Auto suchten wir auf der Karte (ja, ganz oldschool!) einen kleinen Strandabschnitt, damit auch Nala auf ihre Kosten kommen konnte. Tatsächlich fanden wir rein zufällig eine klitzekleine Bucht, die überraschenderweise trotz des warmen Wetters menschenleer war. Nach einer knappen Stunde war es aber aus mit der Ruhe und mit einem Mal war der Strand völlig überfüllt und wir machten uns auf zu unserer nächsten Tagesstation: Morlaix. Schon von Weitem sahen wir das Viadukt de Morlaix, das mit einer Höhe von 62m und einer Länge von 292m wirklich beeindruckend ist. Wir fanden schnell ein kleines Straßencafé mit direktem Blick auf das gigantische Viadukt. Ursprünglich wurde das Viadukt unter Kaiser Napoleon III. als Eisenbahnverbindung erbaut, um die bretonische Halbinsel mit Paris zu verbinden. Auch heute ist es noch in Betrieb und ermöglicht die TGV-Verbindung von Paris nach Brest.

 

 

Tag 12: An diesem Tag meinte es das Wetter nicht gut mit uns, aber das konnte uns nicht davon abhalten, den malerischen Ort Kerlouan zu besuchen, der besonders durch seine Dünen beeindruckt und von riesigen Felsen umrahmt ist. Schließlich konnte mir der Regen mit meiner neuen Regenjacke sowieso nichts anhaben. Wir fuhren wieder den Küstenweg entlang und staunten nicht schlecht über die reetgedeckten Fischerhäuser, die bizarr geformten Felsbrocken und die malerische Dünenlandschaft. Die Bretagne ist besonders durch die vielen Felsformationen gekennzeichnet, die weit ins Wasser hineinreichen und an denen die Wellen brechen. Zwischen zwei solcher Felsen liegt eine Kapelle versteckt, die direkt zum Meer zeigt. In unmittelbarer Nähe findet sich die Cottage „Meneham“ und verzaubert mit ihrer typisch bretonischen Architektur. Außerdem besuchten wir auch den Leuchtturm am Brignogan-plage und beobachteten das Spiel der Wellen, die im Gewitter an den Felsen zerschellten. Irgendwie hatte es etwas mystisches – die großen Felsen, die jedem Sturm standhalten und die Wellen, die mit einer unheimlichen Wucht gegen diese Felsformationen vor der Küste prallten.

 

 

Tag 13: Am letzen Tag in der Bretagne wurde das Wetter etwas besser und nach einer langen Autofahrt kamen wir gegen Nachmittag in Ploumanac’h, einem kleinen Ort an der Küste der Côtes d’Armor, an. Namensgebend für die „Côte de Granit Rose“ (rosane Granitküste) ist der rosafarbenen Granitfelsen, der von den Gezeiten in beeindruckenden Felsformationen geformt wurde. Die rosanen Granitfelsen von Ploumanac’h sind weltberühmt und erstrecken sich an der Küste zwischen Saint-Guirec und Trestraou. Im Abendlicht bot sich uns eine beeindruckende Kulisse, denn die Gesteinsbildungen, die bereits mehrere Millionen Jahre alt sind, erstrecken sich über mehr als 20 Hektar. Die höchsten dieser Felsbrocken bemessen eine Höhe von mehr als 20 Metern und lassen viel Spielraum für Interpretationen diverser Formen und machten auf diese Weise die Stadt Perros-Guirec berühmt. Zurück im Ferienhaus stellte sich uns noch eine letzte Aufgabe: Koffer packen und alles im Auto verstauen, damit es am nächsten Tag wieder nach Hause gehen konnte.

 

Tag 14: Und schon war es soweit: der Urlaub in der Bretage neigte sich dem Ende zu. Zum Abschied ging ich mit Nala nochmal an den Plage de Kerfissien, der sich an diesem Tag zum ersten Mal von seiner besten Seite zeigte. Dank der Ebbe konnte man kilometerweit hinauslaufen, wo sonst bereits nach 5m das Meer war. Nala war nicht zu bremsen und so flitze der kleine Sheltie über den ganzen Strand und glich nach ein paar Minuten eher einem panierten Sofakissen als einem Hund. Ein letzter Abstecher nach Plouescat durfte natürlich auch nicht fehlen und so erwischten wir sogar noch den Wochenmarkt und konnten uns für die Heimreise mit leckeren Croissants und den letzten Souvenirs eindecken.  Die Heimfahrt zog sich unheimlich hin und so hörten wir den gesamten letzten Teil der Känguru Trilogie, ärgerten uns über den stockenden Feierabendverkehr in Paris und kamen schließlich mitten in der Nacht wieder zuhause an. Nala inspizierte noch schnell den Garten und dann ging es für uns alle ins Bett.

 

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